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Bodhidharma (470-543) PDF Drucken E-Mail

 Bodhidharma wurde am 5. Oktober 470 als 3. Sohn König Sughandas von der Kshatriya-Kaste in Südindien geboren. Wie für die damaligen Königssöhne üblich, wurde auch Bodhidharma in allen höfischen Sitten und Vajramushti, der indischen Kampfkunst, unterrichtet. In Südindien werden die alten Kampfsporttechniken auch heute noch unterrichtet und zum Teil bei orthopädischen Problemen im Ayurveda eingesetzt.

Schon früh fühlte sich Bodhidharma zum Buddhismus hingezogen und fand in Prajnatara, dem 27. Nachfolger von Buddha, einen Meister, der ihn Buddhismus und Yoga lehrte. Es war der Wunsch seines Meisters, dass er die Lehren des Buddhas nach China bringen sollte.

Nach dem Tode seines Meisters wurde er der 28. Patriarch nach dem Shakyamuni, dem historischen Buddha. Von da an nahm er den Namen Bodhidharma an.

526, im Alter von 56 Jahren, reiste Bodhidharma (Tamo, Daruma oder Darumi Taishi auf Japanisch, Dat Mor auf Kantonesisch, Puti Da Mo auf Mandarin) über Tibet nach China, um den Wunsch seines Meisters zu erfüllen. Als erstes besuchte er Kaiser Wu Di von der Liang Dynastie. Der Kaiser hatte grosses Interesse am Buddhismus, doch für Da Mo war das Interesse des Kaisers am Buddhismus zu oberflächlich, so dass er den Kaiserpalast nach kurzer Zeit wieder verliess.

Da Mo, wie Bodhidharma in China genannt wurde, reiste weiter und erreichte schliesslich das Shaolin Kloster in der nördlichen Ho Nan Provinz. Die Mönche verwehrten ihm jedoch den Zutritt, da sie Fremde grundsätzlich nicht aufnahmen. Da Mo suchte sich in der Nähe eine Höhle, wo er lebte und die Mauern des Klosters beobachtete.

Das Kloster war zu damaligen Zeiten oft Opfer von Raubüberfällen. Eines Morgens, als die Mönche, die sich in der Nacht in ihrem Kloster verbarrikadiert hatten, von den Zinnen ihres Klosters hinunterschauten, sahen sie lauter tote Räuber vor ihrem Kloster liegen. Sie baten Bodhidharma darauf, in ihr Kloster zu kommen und machten ihn später zu ihren Patriarchen.

Bodhidharma gilt als der Begründer des Ch'an (Zen) Buddhismus. Die Mönche hatten zwar Meditationsübungen trainiert, ihr körperlicher Zustand aber war in Da Mo’s Augen mehr als jämmerlich. So lehrte er sie altindische Kampfkunst, um sie gegen die Strapazen der Meditationen besser zu wappnen.

Dass sich daraus aber Kung Fu und Karate Do entwickelt haben soll, ist doch sehr zu bezweifeln. Denn, wie bereits erwähnt, stammt die älteste dokumentierte Kampfkunst, Xiangpu, aus China und ist über 3000 Jahre alt.

Auch dass Wandermönche im 7. Jh. Kung Fu (Quanfa) nach Okinawa gebracht und dort gelehrt haben sollen, mag wohl stimmen. Zweifellos aber wurden auch dort bereits Kampfkünste geübt und durch gewisse Quanfa-Techniken ergänzt, woraus sich schliesslich die okinawanische Kampfkunst Te und später Tode, was soviel wie Hand aus China heisst, entwickelte.

Bodhidharma starb im Jahre 543 und wurde in der Nähe des Shaolin Klosters in Shon Er Shan, am "Berg des Bärenohrs", begraben.

 
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